Woher kommt eigentlich der Name „Weschenfelder“

Wer nach dem Familiennamen „Weschenfelder“ und dessen Herkunft googelt, wird feststellen, dass dieser Nachname überwiegend in Süddeutschland in der Gegend um Franken und Thüringen anzutreffen ist. Das ist auch nicht besonders überraschend, denn der Familenname ist vom Ortsnamen „Waischenfeld“ in Oberfranken abgeleitet.

Auszug/Zitat aus Albert Böhm, Lauschaer Leut, Jena 1965, S.143/144 (bereitgestellt von ‚Tarzius‘):

‚Paul Weschenfelder-Tädel. Sein Vater war der Tädelschuster Ernst Weschenfelder, der erste Sozialdemokrat in Lauscha. Der hat den Namen bekommen. Von seiner auswärtigen Tätigkeit hat er sich eine Frau und die hochdeutsche Sprache mitgebracht. Das war in späteren Jahren. Aber als Kind konnte er nicht nur nicht richtig hochdeutsch sprechen, da konnte er nichtmal das Lauschaer richtig. Unten im Unterland ist er ja geboren zusammen mit seinem Zwillingsbruder Ferdinand. Wie sie nun kleine Jungen waren und noch im Hemd draußen auf dem Weg umhersprangen, sahen sie oben auf der Straße den Feldjäger vorbei gehen. Das war damals der erste Gendarm, der nach Lauscha kam, und der deshalb für die Alten, aber erst recht für die Kinder, etwas Ungewöhnliches war. Als der kleine Ernst den uniformierten Mann sah, sagte er zu seinen Kameraden: „Do düm dätt a Moo met an Dadl“ (Da drüben geht ein Mann mit einem Säbel). Die Kameraden haben ihm das Wort gleich angehängt und haben den Ernst halt immer „en Dadl“ genannt. Irgendein Beamter der später einmal den Namen zu schreiben hatte, hat ihm die Schreibform „Tädel“ gegeben und so ist er bis heute geblieben und wird sich forterben. Die Lauschaer Weschenfelder mögen überhaupt wissen, dass ihr Vorfahr der den Namen nach Lauscha brachte, aus Waischenfeld in Oberfranken stammte. Man nannte ihn nach seinen Geburtsnamen „dr Waischenfelder“, dialektisch Weschenfelder.‘

Quelle: https://www.onomastik.com/nachname-weschenfelder.php

Auf die nachfolgenden Bilder bitte klicken, um diese ganz zu sehen:

Auszug/Zitat aus Joh. Chr. Rosenmüller, Die Merkwürdigkeiten der Gegend um Muggendorf. Berlin 1804. S.79/80 (bereitgestellt von waischenfeld.de):

‚Nicht weit von Kirchahorn liegt Weschenfeld, oder Waischenfeld. Es ist ein Städtchen, das aber mehr das Ansehen eines Dorfes hat. Außer der Wohnung des Forstmeisters und des Pfarrers, außer der stattlichen Kirche und den zwey Kapellen, sind die Häuser schlecht und die ungepflasterten Straßen voll von Morästen. Auf einem Berge, nahe bey der Stadt, liegt das bischöflich bambergische Schloß und weiter oben auf einem von allen Seiten unzugänglichen Felsen, ein alter Turm von alten, zerfallenen, sogenannten Eibisch – Schlosse. Zur Pfarrkirche gehören 2200 Seelen. Der Einwohner sind 400. Die Gebirgsreihen, zwischen welchen Weschenfeld liegt, zeigen hier immer noch so besondere Gestalten wie in dem beschriebenen Thale. Eine nur in mäßigen Grade reitzbare Fantasie sieht Türme, Gebäude, kolossalische Statuen, Pyramiden, Kanzeln, Mauern mit Schießscharten und andere Figuren auf diesen immer abwechselnden Felsentheater. Die Täuschung ist noch frapanter in der Morgen- oder Abenddämmerung.‘

Quelle: https://waischenfeld.de/index2.php?page=22bprosa&css=1

Meine Familie väterlicherseits hat tatsächlich ihre Wurzeln in Thüringen, meine Großeltern stammen von Lauscha. Meine Familie mütterlicherseits hat ihre Wurzeln in Berlin, ich bin also zur Hälfte Thüringer und zur Hälfte Berliner, wobei ich die meiste Zeit in und um Berlin verbracht habe. In meiner Kindheit war ich oft bei meinen Großeltern in Thüringen in den Ferien zu Besuch. Momentan bin ich ca. einmal pro Jahr in Thüringen.