Glücksthal & Bernhardsthal bei Neuhaus am Rennweg

Die Gegend um Lauscha ist noch heute sehr für seine Glasmanufaktur und insbesondere für den Weihnachtsschmuck bekannt. Erwähnen sollte man in diesem Zusammenhang auch, dass Lauschaer Glasbläser im Jahr 2016 für Queen Elizabeth II insgesamt 2000 mundgeblasene Weihnachtsbaumkugeln anlässlich ihres 90. Geburtstages herstellten. Die Idee dazu hatte Hubertus, der jetzige Erbprinz aus dem Hause Sachsen Coburg Gotha. Coburg ist nur 40 Kilometer von Lauscha entfernt.

Glücksthal & Bernhardsthal erwähne ich hier, weil sich dort eine ähnliche Geschichte wie auf dem Einödhof Hinterkaifeck zugezogen hatte. Beide Ortschaften befinden etwa 2 km südlich von Neuhaus am Rennweg, welches etwa 4 km von Lauscha entfernt ist. Neuhaus am Rennweg hat mit 830 m ü. NN den höchstgelegenen Bahnhof im Thüringen. Der berühmte Thüringer Rennsteig führt mitten durch Neuhaus am Rennweg. Da Neuhaus am Rennweg höher als Lauscha liegt, kann es durchaus größere Wetterunterschiede zwischen beiden Städten geben, auch wenn da nur 3 km dazwischen liegen.

Die Geschichte von Glücksthal begann im Jahr 1736 als Familie Greiner, welche u.a. auch an der Gründung von Lauscha beteiligt war, ein vom Borkenkäfer zerstörtes Waldgrundstück zugeteilt bekam, wo sie Glas schmelzen wollte. Das Brennholz wurde aus den umliegenden Wäldern beschafft. Sehr starke Konkurrenz und ein Einbruch, wo 900 Gulden gestohlen wurden, sorgten letztendlich 1838 für den Niedergang von Glücksthal und später 1860/61 dann auch von Bernhardsthal. Bernhardsthal war und ist nur 500 m von Glücksthal entfernt.

Am 27.02.1844 morgens ereignete sich in Bernhardsthal die sogenannte „Adamsschlacht“, bei der ein Adam Büttner, ein Arbeiter der Glashütte, seine ganze Familie mit 4 unmündigen Kindern mit einem Beil erschlug und sich danach selbst tötete. Der eigentliche Hintergrund für diesen Mehrfachmord wurde bis heute nicht aufgeklärt.

In Glücksthal befindet sich ein Waldfriedhof, auf dem die Familie Greiner bestattet ist. Dort befinden sich auch Gräber von Kindern, deren Gräber keinen Namen tragen.

Mehr Informationen hier: https://www.neuhaus-am-rennweg.de/seite/292349/gl%C3%BCcksthal-bei-neuhaus.html?browser=1

Und hier: https://www.rennsteig-rueger.de/index.php/wissenswertes-zum-rennsteig?start=6

Waidhofen, Gröbern und Hinterkaifeck

In der Nacht vom 31.03.1922 zum 01.04.1922 fand auf dem Einhödhof Hinterkaifeck ein Mehrfachmord statt, wo die Familie Gabriel-Gruber samt Kinder grausam mit einer Reuthaue erschlagen wurde, und welcher bis heute nicht aufgeklärt ist. Heutzutage geht man davon aus, dass dies kein Raubmord war, weil Geld und Schmuck zurückgelassen wurden. Zu Hinterkaifeck gibt es mehrere Verfilmungen, unter anderem die Filme „Hinter Kaifeck“ und „Tannöd“. Der Einödhof wurde nur wenige Jahre nach dem Mehrfachmord abgerissen, während dessen wurde dann auch das bis dahin versteckte Morderkzeug, die Reuthaue, gefunden. Hinterkaifeck selbst ist kein eigentlicher Ortsname, der Einödhof wurde lediglich so benannt, weil dieser sich hinter dem Einödhof Kaifeck befand. Ein Gedenkstein auf dem Friedhof der Kirche Waidhofen und ein „Marterl“ in der direkten Nähe von Hinterkaifeck erinnern heute noch an das damalige Verbrechen.

Mehr Informationen: https://www.hinterkaifeck.net

Woher kommt eigentlich der Name „Weschenfelder“

Wer nach dem Familiennamen „Weschenfelder“ und dessen Herkunft googelt, wird feststellen, dass dieser Nachname überwiegend in Süddeutschland in der Gegend um Franken und Thüringen anzutreffen ist. Das ist auch nicht besonders überraschend, denn der Familenname ist vom Ortsnamen „Waischenfeld“ in Oberfranken abgeleitet.

Auszug/Zitat aus Albert Böhm, Lauschaer Leut, Jena 1965, S.143/144 (bereitgestellt von ‚Tarzius‘):

‚Paul Weschenfelder-Tädel. Sein Vater war der Tädelschuster Ernst Weschenfelder, der erste Sozialdemokrat in Lauscha. Der hat den Namen bekommen. Von seiner auswärtigen Tätigkeit hat er sich eine Frau und die hochdeutsche Sprache mitgebracht. Das war in späteren Jahren. Aber als Kind konnte er nicht nur nicht richtig hochdeutsch sprechen, da konnte er nichtmal das Lauschaer richtig. Unten im Unterland ist er ja geboren zusammen mit seinem Zwillingsbruder Ferdinand. Wie sie nun kleine Jungen waren und noch im Hemd draußen auf dem Weg umhersprangen, sahen sie oben auf der Straße den Feldjäger vorbei gehen. Das war damals der erste Gendarm, der nach Lauscha kam, und der deshalb für die Alten, aber erst recht für die Kinder, etwas Ungewöhnliches war. Als der kleine Ernst den uniformierten Mann sah, sagte er zu seinen Kameraden: „Do düm dätt a Moo met an Dadl“ (Da drüben geht ein Mann mit einem Säbel). Die Kameraden haben ihm das Wort gleich angehängt und haben den Ernst halt immer „en Dadl“ genannt. Irgendein Beamter der später einmal den Namen zu schreiben hatte, hat ihm die Schreibform „Tädel“ gegeben und so ist er bis heute geblieben und wird sich forterben. Die Lauschaer Weschenfelder mögen überhaupt wissen, dass ihr Vorfahr der den Namen nach Lauscha brachte, aus Waischenfeld in Oberfranken stammte. Man nannte ihn nach seinen Geburtsnamen „dr Waischenfelder“, dialektisch Weschenfelder.‘

Quelle: https://www.onomastik.com/nachname-weschenfelder.php

Auf die nachfolgenden Bilder bitte klicken, um diese ganz zu sehen:

Auszug/Zitat aus Joh. Chr. Rosenmüller, Die Merkwürdigkeiten der Gegend um Muggendorf. Berlin 1804. S.79/80 (bereitgestellt von waischenfeld.de):

‚Nicht weit von Kirchahorn liegt Weschenfeld, oder Waischenfeld. Es ist ein Städtchen, das aber mehr das Ansehen eines Dorfes hat. Außer der Wohnung des Forstmeisters und des Pfarrers, außer der stattlichen Kirche und den zwey Kapellen, sind die Häuser schlecht und die ungepflasterten Straßen voll von Morästen. Auf einem Berge, nahe bey der Stadt, liegt das bischöflich bambergische Schloß und weiter oben auf einem von allen Seiten unzugänglichen Felsen, ein alter Turm von alten, zerfallenen, sogenannten Eibisch – Schlosse. Zur Pfarrkirche gehören 2200 Seelen. Der Einwohner sind 400. Die Gebirgsreihen, zwischen welchen Weschenfeld liegt, zeigen hier immer noch so besondere Gestalten wie in dem beschriebenen Thale. Eine nur in mäßigen Grade reitzbare Fantasie sieht Türme, Gebäude, kolossalische Statuen, Pyramiden, Kanzeln, Mauern mit Schießscharten und andere Figuren auf diesen immer abwechselnden Felsentheater. Die Täuschung ist noch frapanter in der Morgen- oder Abenddämmerung.‘

Quelle: https://waischenfeld.de/index2.php?page=22bprosa&css=1

Meine Familie väterlicherseits hat tatsächlich ihre Wurzeln in Thüringen, meine Großeltern stammen von Lauscha. Meine Familie mütterlicherseits hat ihre Wurzeln in Berlin, ich bin also zur Hälfte Thüringer und zur Hälfte Berliner, wobei ich die meiste Zeit in und um Berlin verbracht habe. In meiner Kindheit war ich oft bei meinen Großeltern in Thüringen in den Ferien zu Besuch. Momentan bin ich ca. einmal pro Jahr in Thüringen.

Meine Zeit als Illuminati & Investor und warum ich einige Schauspieler sowie GoFundMe nicht mag

Wer kennt sie nicht? Die Illuminaten. Überall befinden sie sich. Sie sitzen sogar in der Regierung, beim CIA, beim CERN und auf der 1-Dollar-Note der USA. Scherz beiseite. Natürlich gibt es keine Illuminati. Der Illuminatenorden bestand von 1776 bis 1784/85 und wurde dann verboten. Ich hatte mich selbst schon mit den Illuminati seit Dan Brown’s Film „Illuminati“ beschäftigt, da kommt man irgendwann nicht drum herum. Ich finde es auch interessant, dass Freimaurer als Illuminati bezeichnet werden. Wurde der Illuminatenorden damals nicht geschaffen, um einen Freimaurer-Orden zu unterwandern?

Ich wurde letztens als Illuminati bezeichnet. Ich weiß nicht, ob es mich stolz machen soll. Es würde bedeuten, dass ich zu den „Erleuchteten“ gehöre und zu den Wissenschaftlern. Ich habe einen Master of Science und ich wurde vor kurzem „erleuchtet“, da ist irgendwo was wahres dran. Ich bin natürlich kein Illuminati, aber so bezeichnet zu werden finde ich schon irgendwo sicherlich „cool“, auch wenn es eher als Beschimpfung gemeint war.

Nun aber zu der Geschichte, warum man auf die bekloppte Idee kam, mich als Illuminati zu bezeichnen. Eigentlich bin ich nämlich noch mehr, nämlich auch ein Starwhacker, ein Nazi, ein verrückter Stalker, eine Bitch und was weiß ich. Wenn man den Beitrag „Centrum Judaicum“ liest, weiß man sicherlich, wie absurd es ist, mich als Nazi zu bezeichnen. Warum bin ich nun ein Nazi? Ganz einfach. Weil ich einem Betrüger aufgesessen war, der mich finanziell über den Tisch zog. Und weil ich dann andere vor ihn warnte. Deswegen. Später erfuhr ich, dass dieser Betrüger Leute wie mich seine „Investoren“ nannte. Ich glaubte ihm seine Geschichten zunächst, weil er einer meiner Lieblingsschauspieler war. Es handelte sich um Nick Mancuso.

Nick Mancuso erzählt jedem, wie krank er ist, eigentlich sollte er innerhalb von 2 Jahren sterben, so krank war er und ist er noch. Ironischerweise sah ich schon einen Fan Jahre zuvor in einem Gastbeitrag in einem Stingray-Forum schreiben, dass Nick Mancuso innerhalb von 2 Jahren sterben wird. Ich dachte damals, dass dieser Fan verrückt ist. Aber dann teilte mir das dieser Schauspieler selbst mit, höchstpersönlich. Ich sehe heute noch Fans schreiben, dass Nick Mancuso in 2 Jahren sterben wird. Ironischerweise stirbt er schon seit vier Jahrzehnten und lebt immer noch. Dieser Schauspieler hat dieses idiotische Gerücht selbst in die Welt gesetzt, um an das Geld seiner Fans zu kommen. Sei es über GoFundMe oder über andere Wege.

Als ich (und andere) seine Machenschaften aufdeckte, vor ihm warnte und auch zur Polizei ging und Anzeige erstattete, da bezeichnete er mich dann halt eben als verrückter Stalker, eine Bitch, ein Nazi, ein Starwhacker und Illuminati. Und er hetzte dann seine Fans auf mich, indem er Lügen über mich verbreitete, er startete eine richtige Schmierkampagne. Ex-Fans bestätigten mich hier aber und stehen mir bis heute zur Seite und unterstützen mich. Ich lernte hierbei, dass ich nicht das erste Opfer einer solchen Schmierkampagne wurde. Auch sie wurden schon finanziell von diesem selben Schauspieler mit den selben Mitteln über den Tisch gezogen, auch sie wurden finanzielle Opfer sowie Opfer seiner Schmierkampagnen. Der Betrug wurde an GoFundMe gemeldet, aber GoFundMe reagierte einfach nicht. GoFundMe ist scheinbar nicht umsonst unter dem Synonym GoFraudMe bekannt. „Gebt mir Euer Geld, ansonsten seid ihr keine wahren Fans!“ ist offensichtlich die Devise von Nick Mancuso. Er hat über eine Million Dollar Steuerschulden, er ist ein Fass ohne Boden. Er macht weiter Schulden und seine verbleibenden Fans sind so verblendet, dass sie ihm weiter Geld zustecken, oft im 4-5 stelligen Bereich. Fans nehmen wegen ihm Kredite auf und leben den Rest ihres Lebens in Schulden – wegen ihm. Das Geld hätte man aus dem Fenster werfen können und es wäre da sicher noch besser investiert.

Nick Mancuso ist ein fieser Betrüger, ein Schmarotzer der auf Kosten anderer lebt und verdeckt seine Spielchen spielt, indem er über Fans hinter deren Rücken herzieht und Gerüchte in die Welt setzt. Und er ist es, welcher an rechte Verschwörungstheorien glaubt. Wenn jemand ein Nazi ist, dann er selbst. Schauspieler wie Jan-Michael Vincent, Randy Quaid und Johnny Depp haben offensichtlich eine sehr ähnliche Karriere hingelegt. Von ihm hatte Nick Mancuso wohl auch das Wort „Starwhackers“ übernommen. Von Jan-Michael Vincent würde ich denken, dass dieser wohl ebenfalls einige seiner ehemaligen Fans finanziell ausgenutzt haben muss, bevor er starb. Ein Parody-Twitter-Profil auf seinem Namen lässt dies zumindest vermuten.

Manchmal würde ich auch denken, dass Schauspielerei einigen Schauspielern einfach nicht gut getan hat. Nun geht dies zu Lasten derer Fangemeinde. Eine offizelle Warnung zu Nick Mancuso kann hier gefunden werden: www.nickmancusoitaly.com. Diese Seite wurde damals erstellt, damit nicht noch mehr Fans auf seine Betrugsmasche reinfallen und wegen ihm sehr viel Geld verlieren. Insbesondere deswegen, weil er durch seinen Bekanntheitsgrad sehr viele neue potentielle Opfer erreicht und er nicht davor zurückschreckt, diese ebenfalls finanziell auseinanderzunehmen. Diese Masche zieht er bereits seit Jahrzehnten durch. Seine Betrugsmasche war sehr offensichtlich im Jahr 2007 und im Jahr 2014 schonmal aufgeflogen, und nun nochmal im Jahr 2018. Ist also schon etwas, was sich sehr lange hinzieht und woraus er auch keine Konsequenzen für sich zieht.

Immerhin hat es was gebracht, ich habe seitdem mit einigen seinen Ex-Fans Freundschaften geschlossen, die millionenfach mehr wert sind. Ohne diesen Vorfall wären diese wertvollen Freundschaften vermutlich nie zustande gekommen.

Centrum Judaicum

Das Centrum Judaicum befindet sich in der Neuen Synagoge Berlin. Das ist die Synagoge in Stadtmitte, mit der goldenen Kuppel. Man kann sie vom Fernsehturm auf dem Alexanderplatz sehr gut erkennen.

Beim Centrum Judaicum hatte ich für einige Monate im Jahr 2012 ehrenamtlich und auf eigenen Wunsch mitgeholfen und war dort als IT-Mitarbeiterin tätig. Meine Aufgabe bestand hauptsächlich aus einfachen EDV-Tätigkeiten. Einmal war ich jedoch mit dabei, wo man versuchte, eine alte Datenbank mit den Namen von jüdischen NS-Opfern wiederherzustellen. Die Wiederherstellung der Datenbank klappte. Und es war für mich sehr emotional gewesen, die ganze Auflistung von Namen von Menschen zu sehen, die in der NS-Zeit umgebracht worden sind oder unter den widrigen Bedingungen starben. Es waren nicht nur reine Datensätze, es waren Menschen. Jede einzelne Zeile in der Tabelle stand für einen Menschen. Das was sehr bewegend.

Mir wurde zugestanden, mein Auto auf dem Parkplatz der Neuen Synagoge zu parken. Dort kommt man aber nur hin, wenn man vorher eine Sicherheitsschleuse passiert, wo das Auto nach verstecktem Sprengstoff untersucht wird. Das gesamte Gelände ist kameraüberwacht. So wie die nahegelegene jüdische Schule. Jüdische Schulkinder sind in Berlin tagtäglich nur mit Polizeischutz unterwegs. Mir tut es leid, dies zu sehen.

Die Synagoge wurde 1938 in der Reichskristallnacht sowie später nochmal im Jahr 1943 (durch Bomben) zerstört. Nur das vordere 1/3 der Synagoge blieb zum Schluss stehen. in der DDR-Zeit wurde die Rückseite der Synagoge mit einem Glasdach und einer Glasfassade versehen. In der Neuen Synagoge Berlin, d.h. im verbliebenen Gebäude, befindet sich nun eine sehr kleine richtige Synagoge auf engstem Raum, in der regelmäßig gebetet wird. Alles unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.

Studienzeit – Teil 2

Im Jahr 2008, nachdem ich bei Grundy UFA aufhörte und nachdem ich das Fernstudium an der Privaten FernFachhochschule abgebrochen hatte, wollte ich mit einem Direktstudium Angewandte Informatik (B.Sc.) bei der HTW Berlin beginnen. Bevor es dort aber losgehen konnte, mussten ein paar Vorbedingungen geschaffen werden. So musste ich erst mein Englisch weiter aufbessern und mich dort um einen Studienplatz bewerben. Es war nicht sicher, dass ich dort einen Studienplatz bekomme, da ich über den zweiten Bildungsweg kam und meine Hochschulreife nur für das Land Hessen galt. Die erste Bewerbung bei der HTW Berlin wurde abgelehnt, da kein Studienplatz mehr frei war. Ich musste ein weiteres halbes Jahr warten.

In der Zwischenzeit ging ich zum Arbeitsamt und bat dort um eine Weiterbildung zur Softwarepaketiererin bei EDCA Education Campus / NCConsult. EDCA sollte uns als Softwarepaketierer ausbilden und NCConsult sollte uns dann als Softwarepaketierer anstellen bzw. uns einen Arbeitsplatz zusichern. Das war die Klausel, die auch das Arbeitsamt von der Weiterbildungsmaßnahme überzeugte, auch wenn hier der Arbeitsvermittler zunächst skeptisch reagierte. Dass dieses Angebot später aber doch nicht so seriös sein sollte, stellte sich erst später heraus. Die Weiterbildung bei EDCA an sich schien seriös, wobei einige Dozenten besser und professioneller als andere waren, so musste der Dozent in unserem Falle einmal ausgetauscht werden, der neue Dozent war um vieles besser. Unseriös wurde es dann erst am Ende der Weiterbildung, als NCConsult in Erscheinung trat. Denn NCConsult konnte offensichtlich dessen Versprechen nur einhalten, wenn wir bereits erfahrene Softwarepaketierer sind. So wurde ich ausdrücklich vom Geschäftsführer der NCConsult gebeten, meinen Lebenslauf so zu fälschen, dass aus diesem hervorging, dass ich nicht erst jetzt Softwarepaketiererin gelernt habe, sondern schon mindestens 10 Jahre als Softwarepaketiererin gearbeitet habe. Der Druck, einen solch gefälschten Lebenslauf auszustellen, stieg natürlich mit jedem Tag zum Ende der Weiterbildung. NCConsult fragte mich letztendlich, ob diese nicht meinen Lebenslauf für mich anpassen dürfen, was ich ablehnte. Es waren noch andere Teilnehmer mit der Fälschung des Lebenslaufs nicht einverstanden, ich war da nicht alleine. Aber es gab einige, die am Ende aufgaben und einwilligten. Nebenher versuchte ich, mich selbst um einen Arbeitsplatz zu bewerben, um dem immer näher kommenden Schicksal zu entgehen.

NCConsult gängelte mich zum Schluss wirklich sehr stark, einen gefälschten Lebenslauf vorzulegen, und EDCA Education Campus unterstützte dies dann auch mit Bemerkungen warum ich das nicht einfach mache, was NCConsult von mir möchte. Warum wohl? Weil ich mich dann strafbar mache? Insofern war ich dann heilfroh, einen Brief im Briefkasten vorzufinden, der von der HTW Berlin stammte. Ich hatte endlich einen Studienplatz bekommen. Damit war das Thema EDCA Education Campus / NCConsult endlich für mich vom Tisch. Freudestrahlend fuhr ich zur Weiterbildungsstätte und verkündete die frohe Botschaft. Ich dachte, dass dann auch NCConsult zufrieden sein müsste, da sie für mich nicht mehr zwangshaft mit unseriösen Mitteln einen Arbeitsplatz beschaffen müssen. Der Geschäftsführer der NCConsult war davon aber gar nicht angetan, weil ihm damit offensichtlich eine Prämie für die Vermittlung entging, er reagierte ziemlich verärgert, was mir dann aber auch egal war. In einem anschließenden Gespräch mit dem Arbeitsvermittler beim Arbeitsamt ließ ich dann ein wenig durchblicken, wie es bei EDCA Education Campus und insbesondere bei NCConsult ablief. Dieser war mir dankbar, aber er sagte mir auch, dass mein Anspruch auf Arbeitslosengeld I während eines Studiums verfällt. Aber auch das war mir egal. Ich hatte endlich meinen lang ersehnten Studienplatz erhalten! Der Arbeitsvermittler wünschte mir daraufhin viel Glück im Studium und alles Gute. Ich hatte mit ihm viel Glück gehabt, er war wirklich sehr kompetent.

Wenn ich heute nach EDCA Education Campus und NCConsult google, so gibt es wohl beide Unternehmen nicht mehr.

Nun, im Jahr 2009, begann endlich das Direktstudium zum Bachelor of Science Angewandte Informatik Fachrichtung Mobile Anwendungen an der HTW Berlin. Leistungen von der Privaten FernFachhochschule wurden anerkannt. Die ersten 4 Semester waren recht schwer und es galt, diese zu überstehen, was ich dann auch schaffte. Danach war auch die HTW Berlin daran interessiert, uns bis zum Abschluss durchzubringen. Das Studium war zum Ende hin sehr aufregend und sehr interessant. Ich durfte an einer sehr interessanten Forschungsarbeit am Fraunhofer Institut PKI Berlin teilnehmen. Im Jahr 2012 erlangte ich meinen Bachelor Abschluss.

Fraunhofer IPK – 3D CAVE
Projekt „AR-DMU Ford“ (Fraunhofer IPK)

Nach Abschluss des Bachelor-Studiums wollte ich aber noch gar nicht aufhören zu studieren, so sehr Spaß hatte es gemacht. So hing ich noch das Master-Studium Angewandte Informatik Fachrichtung Mobile Computing hinten dran, welches nicht weniger interessant war und sogar noch mehr Spaß machte. Die Master-Arbeit schrieb ich dann am DESY in Hamburg, welches zur Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gehört und sehr eng mit dem CERN zusammenarbeitet. Im Jahr 2014 erlangte ich erfolgreich meinen Master Abschluss, nun war ich ein Master of Science Angewandte Informatik. Einen Doktor wollte ich dann nicht mehr machen, womit hier dann meine Studienzeit endete. Nach dem Studium stieg ich unmittelbar wieder in das Berufsleben als Softwareentwickerin ein.

DESY in 8 Minuten
Cloud-Interface in dCache (DESY)

Studienzeit – Teil 1

2002 begann ich mit einem Fernstudium zur Diplom-Informatikerin an der Privaten FernFachhochschule Darmstadt.

Ich war regelmäßig alle zwei Monate nach Frankfurt/Main geflogen, um dann in Pfungstadt Prüfungen zu absolvieren. Ich kam dort zumindest bis zur Fachhochschulreife für Hessen im Jahr 2004. Vor Ort buchte ich gerne Autos von Sixti, damals ein sehr kostengünstiges Subunternehmen von Sixt, welches nunmehr nicht mehr existiert. Durch meine Arbeit bei Grundy UFA hatte ich von Sixt eine Silberne Kundenkarte, die auch für Sixti gültig war.

Eigentlich war ich mit Sixti immer recht zufrieden, bis mal eine Auszubildende von Sixti versuchte, mir einen Leihwagen mit Blechschaden unterzuschieben. Nach gewisser Zeit hatte ich zuviel Vertrauen in das Unternehmen gesteckt und hörte leider auf die Auszubildende und ging nicht um das Auto wie sonst üblich herum, als ich es anmietete. Auf dem Übergabeschein wurde eingetragen, dass das Auto keinen Lack- oder Blechschaden hat. Während ich eine Weile schon fuhr, dachte ich über das etwas eigenartige Verhalten von ihr nach, dann ich hielt bei günstiger Gelegenheit an und lief um das Auto herum. Die Übergabe war mir dann doch zu flott gewesen. Auf der Beifahrerseite war dann ein ziemlich große Schramme im Auto. Ich war geschockt und wütend und ich wusste zunächst nicht, wie ich reagieren sollte. Ich wurde von Sixt/Sixti nun das erste Mal betrogen. Wenn ich jetzt zurückfahren würde, hätte ich auch keinen Nachweis, ob der Schaden nicht erst jetzt entstanden wäre. Nur ein Gutachter hätte es dann klären können. Ich entschied mich, nach einem Telefonat mit der Familie, das Problem bei der eigentlichen Abgabe zu klären. Bis dahin hatte ich eher schlecht als recht geschlafen. Bei der Abgabe sagte aber ein anderer Sixti-Mitarbeiter, dass er die Schramme schon vor dem Verleih kannte. Vermutlich fiel ihm dabei auch die Silberne Sixt-Kundenkarte ins Auge. Sicherlich wollte er es sich dann doch nicht mit mir verscherzen. Dass es eine Auszubildende war, erfuhr ich durch diesen Mitarbeiter. Danach ging es mir wieder wesentlich besser, aber seitdem gehe ich nun immer um jedes Auto rum, was ich anmiete und mache auch Fotos. Egal bei wem ich es anmiete. Leider hatte ich sie dann nicht mehr persönlich gesehen, sonst hätte ich sie sicher nochmal nach ihrem Namen gefragt, um mich später über sie offiziell beschweren zu können.

Einmal hatte ich in Darmstadt/Pfungstadt dann einen Hexenschuss bekommen. Das war 1 Tag vor einer Prüfung, wirklich sehr angenehm. Ich konnte mich nur noch in Sitzstellung fortbewegen. Unter großen Schmerzen ging ich dann zu einer Apotheke und besorgte mir Ibuprofen. Ich nahm die doppelte Dosis. Nach einigen Stunden waren die Schmerzen wieder erträglich.

Ich bin damals oft und gerne mit der Deutschen BA (Deutsche Tochtergesellschaft der British Airways) nach Frankfurt/Main und wieder zurück nach Berlin geflogen. Es war eine der besten Airlines zum damaligen Zeitpunkt. Ich vermisse diese Airline. In drei Ausnahmefällen musste ich auf Lufthansa-Flüge zurückgreifen. Bei einem Lufthansa-Flug wurden wir auf dem Berliner Flughafen Tegel mit dem Bus bis zu dem Flugzeug gefahren und während des Einsteigens in das Flugzeug konnte man noch zusehen, wie Techniker die Radschrauben der hinteren Räder festzogen. Sehr beruhigend.

Einmal bin ich auch mit dem ICE nach Frankfurt/Main gefahren. Leider mitten im Winter und die Klimaanlage war dort defekt. Nur die vordere Hälfte des ICE war beheizt. Ich hatte die Wahl, die Rest der Fahrt stehen zu müssen oder hinten zu frieren. Ich beschloss, hinten zu frieren. Als dann auf der Hälfte der Strecke jemand von der Deutschen Bahn einstieg, um mir und anderen heißen Kaffee für 3 Euro zu verkaufen, wollte ich diesen erschießen. Ich hätte hier kostenlosen Kaffee erwartet, alles andere war eine Zumutung. Vollkommen durchgefroren kam ich dann im Hotel an. Das Hotel war sehr preiswert. Vor Ort stellte ich dann auch fest, warum. Es wurde gerade saniert und somit funktionierte auch dort die Heizung nicht. Die Rezeption war leider auch nicht ständig besetzt, so dass ich mich hätte beschweren können. Nach dem eiskalten ICE also in das eiskalte Hotelzimmer. Die Kälte merkte man erst Stunden später merklich, als es langsam Nacht wurde. Am nächsten Morgen schappte ich mir erstmal den Leihwagen und drehte dort die Heizung auf. In dem sehr warmen Auto fuhr ich in den nächsten Baumarkt und kaufte mir dort ein Miniheizgerät. Mit diesem fuhr ich dann wieder zurück in das Hotel und schloss mich dort in den kleinsten Raum (das Bad) ein. Danach lief dort das Miniheizgerät den ganzen Tag. Die Stromkosten waren mir egal, ich hatte gefroren. Das Miniheizgerät nahm ich später nach Berlin mit.

Das Fernstudium musste ich 2007 abbrechen, da es zu kosten- und zeitintensiv wurde. Zudem zeichneten sich die letzten 2 Jahre bereits langsam ein Ausscheiden bei Grundy UFA ab.

„Ich bin ein Star, holt mich hier raus“

Von 1998 bis 2008 hatte ich bei Grundy UFA (heute als UFA Serial Drama bekannt) im IT Helpdesk gearbeitet. Grundy UFA war ein Joint Venture, welches aus der Australischen Reg Grundy Productions und der Deutschen UFA (die mit den Großbuchstaben, es gibt daneben noch die Ufa) entstand. Grundy UFA hatte Daily Soaps und Serien wie Gute Zeiten Schlechte Zeiten, Verbotene Liebe, Unter Uns, Hinter Gittern, Verliebt in Berlin etc produziert. Auf bestimmte Interna werde ich hier nicht eingehen, da auch bei UFA nicht alles Gold ist, was glänzt, sonst wäre ich da sicher länger als bis zum Jahr 2008 geblieben.

Interessant war damals für mich, dass ich, obwohl ich nur im IT Helpdesk angestellt war, eine Gage erhielt. Ja, eine Gage! Das Ding, was sonst Schauspieler und Schauspielerinnen erhalten. Es war schon recht lustig, den Gehaltszettel jeden Monat zu erhalten. Inzwischen wurde das Wort „Gage“ auf dem Gehaltszettel aber wieder abgeschafft.

Als Mitarbeiterin im IT Helpdesk hatte ich natürlich auch Zugang zu bestimmten Räumlichkeiten der IT, welche sich mitunter auch in den Produktionsstätten direkt befanden. Als ich einmal auf dem Weg zu einer dieser Räumlichkeiten war, rief mir jemand „Halt!“ hinterher. Ich drehte mich um, um zu schauen, wer das war. Es war die Damen vom Kostüm. Ich guckte sie fragend an, was sie wollte. Da rief sie mich zurück und sagte, dass ich mich umkleiden solle. Offensichtlich hatte sie mich mit einem Komparsen verwechselt. Ich musste darauf lächeln und sagte ihr, dass ich mich gar nicht umziehen möchte, und dass ich vom IT Helpdesk bin und was ich gerade tatsächlich vorhatte zu tun. Darauf musste sie auch lächeln und ließ mich wieder meines Weges gehen.

Ich war aufgrund meiner Tätigkeit und auch aufgrund der Nähe öfter bei Gute Zeiten Schlechte Zeiten zu Besuch, weil es dort öfter PCs ab- oder aufzbauen gab. Einmal traf ich vor dem Gebäude junge Teenager welche offensichtlich Fans von der Serie waren. Ich wurde angehalten und gefragt, ob ich ein Autogramm geben könne und ob ich in der Serie spiele. Nett wie ich bin, hatte ich natürlich geantwortet, dass ich nicht in der Serie spiele und dass nur Paketlieferanten ein Autogramm von mir bekommen werden. Sie guckten mich ein wenig enttäuscht an, aber ich denke es war in deren Sinne.

An einem Tag sollte ich mal einen Computer samt Monitor abbauen, als die Firma aufgrund von Betriebsferien unterbesetzt war. Ich hatte leider übersehen, dass das Stromkabel noch zwischen Monitor und Steckdosenleiste steckte, als ich loslief. Das noch gesteckte Kabel brachte mich zum Stolpern und dadurch wurde ich in eine Schieflage versetzt. Letztendlich hielt ich mich an dem Monitor, welchen ich in meinen Armen hielt, fest und das noch gesteckte Stromkabel sorgte dafür, dass ich samt Montitor in dieser Schräglage verblieb und nicht umfiel. Ich schrie nach Hilfe, aber es war leider keiner in unmittelbarer Hilfe, der darauf hätte reagieren können. Was also tun? Weiter so stundenlang ausharren? Das ging nicht. Ich konnte nur versuchen, den einen Fuß nach vorne zu setzen, um das Kabel zu entlasten, an dem mein Gewicht und das des Monitors hing. Ich versuchte dadurch den Monitor vor dem Herunterfallen zu bewahren. Jedoch genau bei diesem Versuch löste sich dann der Stecker aus der Steckdosenleiste und ich fiel samt Monitor hin. Der Monitor erlitt darauf einen Gehäuseschaden und war seitdem bei uns im IT Helpdesk im Einsatz, bis er irgendwann ausgemustert wurde. Im Nachhinein muss ich darüber lachen, weil das urkomisch ausgesehen haben muss.

Damals hatten wir einen netten Chef, der kurz vor mir die Grundy UFA verließ. Er hatte mich mitten im Winter an einer Bushaltestelle aufgegabelt und fuhr mich in seinem Mercedes bis zur Firma. Ich fand das damals total nett, auch wenn ich beim Zumachen der Tür einigen Schnee in das Auto befördert hatte.

Die nachfolgenden Bilder zeigen unser damaliges Büro, als dieses umgebaut wurde. Der IT-Leiter wollte unbedingt Fenster von seinem zu unserem Büro (im linken Photo hinten rechts zu sehen, wenn man dieses durch Anklicken vergrößert). Da wurden dann in seiner Abwesenheit Schränke davor gestellt. Er war eh selten da, er kann die 2 Meter von ein Büro zum anderen laufen. Ansonsten wollte wirklich niemand, absolut niemand, dass da Fenster eingebaut werden. Die Bauarbeiter mussten dort dann auch grinsen. Die Schränke konnten danach eh nicht mehr bewegt werden, als diese wieder voll waren.

Ach so, noch was sehr Amüsantes:
Ich sollte mal für 6 Wochen Urlaubsvertretung für einen Kollegen in Köln machen. Wegen Kostenersparnis hatte mir Grundy UFA das wirklich billigste Hotel organisiert, was man irgendwo bekommen konnte: Eine Jugendherberge für 10 Euro pro Nacht. Ich bekam dann ein Zimmer mit Kinderbett (nur 160cm lang), Kinderschreibtisch und Kinderstuhl. Bemerkenswert fand ich dort auch die Biene Maja Lampe. Danke, Grundy UFA!

Es hatte sich später dann ja auch indirekt gerächt, bitte auf das „Grundy Ufer“ achten:

Auszüge aus den Grundy UFA Produktionen, welche produziert wurden, während ich dort arbeitete:

Gute Zeiten Schlechte Zeiten (GZSZ)
Hinter Gittern (HG)
Verbotene Liebe (VL)
Unter Uns (UU)
Julia – Wege zum Glück (WZG)
Bianca – Wege zum Glück (WZG)
Verliebt in Berlin (ViB)
Alles Was Zählt (AWZ)
Held der Gladiatoren (Film song „Free Like The Wind“, gesungen von Alexander Klaws)

„Alles Ein Gammel – Aber Es Geht“ (AEG)

1996, endlich war die Ausbildungszeit vorbei. Eigentlich wollte ich jetzt studieren, aber die Zeit nach dem Mauerfall sagte unserer Familie, dass es sicherer wäre, wenn ich erstmal den Berufsweg einschlage. Mit null Berufserfahrung war es schwer, einen Job zu finden. Ich kam dann bei einem Zeitarbeitsunternehmen namens Manpower unter. Dort wurde ich als Telekommunikationselektronikerin eingestellt. Umgangssprachlich heißt das Fernmeldemonteur, und das sind die Leute, die beim Kunden vor Ort normalerweise Telefonanschlüsse verlegen. Vielleicht habt ihr auch schon alternativ vom Telekomtechniker gehört. Sowas war ich: ein Telekomiker, wie man auch so sagt.

Über Manpower wurde ich dann als Zeitarbeitskraft bei AEG eingesetzt. Jedoch war AEG so ziemlich weit entfernt von dem, was ich eigentlich arbeiten wollte. Bei AEG wurden in Fließbandarbeit Kondensatoren in Nachtschicht zusammengebaut. Ich war noch ziemlich jung, also machte mir Nachtschicht nicht so viel aus, allerdings die Fließbandarbeit. Am Fließband standen 3 Maschinen, welche man abwechselnd bedienen musste.

Zunächst steckte man die leere Kondensatorhülse in die erste Maschine. In dieser ersten Maschine war sehr viel gelbgrüne ölige Flüssigkeit und nun galt es der Maschine, diese Kondensatorhülsen, die im Kreis umhergingen, mit eben dieser Flüssigkeit zu füllen. Nun sei angemerkt, dass die Technik damals schon bei AEG sehr veraltet war und diese Maschinen doch sehr unzuverlässig funktionierten. So kam es recht oft vor, dass die Maschne diese gelbgrüne Flüssigkeit literweise neben die leeren Kondensatorhülsen kippte anstatt in diese hinein. Alle paar Stunden musste in der Maschine aufgewischt werden, wo sich die gelbgrüne ölige Flüssigkeit inzwischen bis zu 15cm Höhe angesammelt hatte, schätzungsweise wurden schon 10 Liter daneben geschüttet. In die Maschine selbst konnte man nicht reingreifen, das konnten nur die Techniker, die dafür einen Schlüssel besaßen.

Wenn die Kondensatorhülse dann doch mal erfolgreich befüllt wurde, wurde diese nun in die zweite Maschine gesteckt und da kamen noch weitere Teile dazu wie der Deckel und die zwei Drahtbeine für den Kondensator, um diesen komplett zu machen. Die zweite Maschine presste dann diese Teile zusammen. Das funktionierte recht gut.

In der dritten Maschine ging es dann um das Löten, wo die zwei Drahtbeine mit dem Deckel des Kondensators verlötet wurden. Diese Maschine war natürlich auch schon veraltet und als gelernte Telekommunikationselektronikerin konnte man gut erkennen, dass über 50% der Lötstellen Ausschuss waren.

Eigentlich funktionierte nur 1 der 3 Maschinen und man musste noch nacharbeiten und die fehlerhaften Lötstellen selbst nachlöten.

Ich musste mich amüsieren, wenn jedesmal die Techniker kamen, um die Maschinen wieder in Gang zu setzen bzw. zu reinigen. Ich habe zuvor noch nie soviel nutzlose Arbeit gesehen. Hätte man die Kondensatoren selbst per Hand befüllt und selbst gelötet, hätte man sicher doppelt so viel an Arbeit pro Tag geschafft und massiv an Material gespart. Ich war froh, als ich da nach wenigen Wochen wieder raus war. Es war immer ein großes Highlight die erste Maschine in dieser Flüssigkeit ersaufen zu sehen. Die Kollegin fand es wohl nicht so toll, da sie im Gegensatz zu mir nach Anzahl der gefertigten Kondensatoren bezahlt wurde. Ich hatte ein Festgehalt und wurde nach Stunden bezahlt. Für mich hatte es einen Lerneffekt, wie man Dinge nicht machen sollte.

Inzwischen gibt es AEG nicht mehr.

Ausbildungszeit und „Tour de France“

Meine Berufsausbildung fand 1992-1996 bei der Deutschen Telekom BBi NL6 in Berlin statt. Es gab nicht viele Mädchen, die damals einen technischen Beruf erlernen wollten, so war ich so ziemlich das einzigste Mädel in meiner Ausbildungsgruppe und hatte es sehr schwer, mich zu profilieren. Dennoch möchte ich ein paar Highlights der Berufsausbildung nennen.

Parallel zu unserer Ausbildungsgruppe gab es noch eine weitere. Dort war ebenfalls ein Mädel. Die größere Besonderheit war aber wohl, dass dort der Ausbilder mit dem Nachnamen Zabel hieß. Vielleicht kennt jemand Erik Zabel, den Radrennfahrer bei Tour de France, der für das Team Deutsche Telekom fuhr. Sein Vater (ebenfalls ehemals Radrennfahrer) war eben der Ausbilder von unserer parallelen Ausbildungsgruppe. Viel Respekt bekam er zwar von uns Auszubildenden nicht, aber so im Nachhinein war es schon imponierend, ihn persönlich getroffen und gekannt zu haben.

LEDs waren in der Berufsausbilung beliebt. Wir mussten während der Berufsausbildung einen 19 Zoll Kasten mit diversen elektronischen Komponenten zusammenbauen, wo auch ein Netzteil enthalten war, wo man mit Drehwiderständen die Volt und Ampere sehr feinfühlig regeln konnte. So wurden da natürlich auch LEDs langsam ausgetestet, indem man die Leistung immer höher drehte, bis die LED sehr sehr hell wurde und am Ende für immer erlosch.

Auch Lautsprecher mussten in der Berufsausbildung leiden. So hatten wir mit der Zeit auch einen Frequenzgenerator für das zuvor genannte 19 Zoll-Gehäuse gebaut, an dem ein kleiner Lautsprecher mit vielleicht 7cm Durchmesser getestet wurde. Es war schon erstaunlich, als das Membran bei besonders tiefen Frequenzen bis zu 2cm aus dem Lautsprecher herausguckte. Wirklich beeindruckend.

Lustig war damals auch der VW Transporter der Deutschen Telekom, der so verbeult war, das man die seitliche Schiebetür von außen nicht öffnen konnte. Da ich die Kleinste war, musste ich immer zuerst durch die Heckklappe durch das enge Regal im Auto gleiten und dann die Seitentür von innen öffnen.

Auch in Erinnerung sind mir die Außendiensteinsätze während der Ausbildung geblieben, wo der Ausbilder nicht dabei war. So gab es ein Einfamilienhaus, wo wir von oben versuchten, Löcher in den Keller zu bohren, aber die nie im Keller rauskamen. Bei einem der letzten Versuche hatten wir dann in einer Ecke des Kellers nach oben gebohrt und kamen dort dann genau in der Wohnzimmermitte raus, wo sich der Teppich über der Bohrerspitze langsam aber sicher anhob. Es wurden so einige Löcher gebohrt, bis es endlich passte.